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Haus des Landtags von Baden-Württemberg, Sanierung und Herstellung von Tageslichtbezug im Plenarsaal

Bild: Ansicht Landtagsgebäude bei Nacht

Bild: Ansicht Landtagsgebäude

Bild: Plenarsaal, Modell

Bild: Wandelhalle, Modell
Fotos:
Studio Tümmers

  

Beschreibung

Das Haus des Landtags wurde in den Jahren 1958 bis 1961 von der Landesbauverwaltung nach Entwürfen von Kurt Viertel errichtet. Es war damit der erste Parlamentsneubau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Der dreigeschossige Stahlbetonskelettbau mit Technik-Untergeschoss liegt zwischen dem Neuen Schloss und dem Opernhaus der Württembergischen Staatstheater an der Konrad-Adenauer-Straße. Er hat eine Grundfläche von ca. 55 auf 55 Meter und eine Höhe von ca. 12 Metern. Mit seiner kompromisslos modernen Formensprache und seiner quadratischen Grundform bildet der Solitärbau einen architektonischen Kontrast zu den historischen Gebäuden seiner unmittelbaren Umgebung.

Ziel der anstehenden Baumaßnahme ist die Planung und Durchführung einer Generalsanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes unter Beibehaltung des Erscheinungsbildes und der bestehenden Grundrissstruktur sowie unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz. Dabei werden alle notwendigen Maßnahmen zur Erfüllung der baurechtlichen, technischen und gestalterischen Anforderungen an ein zeitgemäßes Parlamentsgebäude berücksichtigt. Im Fokus der Generalsanierung steht die Herstellung von Tageslicht- und Sichtbezug im Plenarsaal.

Die Lösung für die Herstellung von Tageslicht- und Sichtbezug im Plenarsaal soll höchsten gestalterischen Ansprüchen genügen - sie ist jedoch auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit, des Denkmalschutzes und der Energieeffizienz zu sehen. Der Gestaltung der "5. Fassade" - des Daches - wird bei der Planung und Umsetzung der Oberlichtöffnungen zentrale Bedeutung beigemessen. Die Oberlichtöffnungen dürfen nicht wesentlich aus dem Baukörper des Bestandsgebäudes herausragen und sollen sich in das architektonische Erscheinungsbild einfügen.

Aus 5 eingereichten Bewerbungen wurde der Auftrag nach abschließender Zustimmung durch das Landtagspräsidium an das Büro Staab Architekten, Berlin, erteilt.

Die Projektskizze des Büros Staab Architekten für die Umgestaltung des Plenarsaals sieht punktförmige Öffnungen im Dach mit 35 Lichtröhren und 12 sich nach oben erweiternden Lichtkegeln vor. Diese illuminieren eine Tageslichtdecke aus satiniertem Glas, die die bestehende geschlossene Holzlamellendecke ersetzt.

Durch den Verzicht auf sichtbare Beleuchtungskörper entsteht eine homogene Deckenfläche. Insgesamt wird eine gute Tageslichtqualität erzielt.

Der Sichtbezug nach Außen wird zum einen durch die 12 großen Lichtkegel hergestellt, zum anderen werden die umschließenden Wandflächen des Plenarsaals geöffnet und durch großflächige Verglasungen ersetzt.

Der Saal selbst wird mit einer flexiblen Bestuhlung und moderner Medientechnik ausgestattet.


Projektdaten

Bauherr:
Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart

Architekt:
Staab Architekten, Berlin

Die Sanierung "Haus des Landtags von Baden-Württemberg" wurde mit der Hugo-Häring-Auszeichnung 2017 gewürdigt. Vergeben wird diese Architektur-Auszeichnung für vorbildliches Bauen vom Landesverband Baden Württemberg des Bundes Deutscher Architekten, BDA.

Weitere Informationen zur Hugo-Häring-Auszeichnung 
Flyer



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