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Initiative Klimaschutz - Biomasseheizungsanlage beim Regierungspräsidium Karlsruhe (Landespolizeidirektion)

Bild: Heizungsanlage

Bild: Heizungsanlage

Bild: Holzschnitzellager

Bild: Schubboden
Fotos:
Atelier Dirk Altenkirch, Karlsruhe
IBS Ingenieurbüro Schuler, Bietigheim-Bissingen

  

Beschreibung

Auf Initiative des Landestriebes Vermögen und Bau, Amt Karlsruhe wurde im Jahr 2011 für das Areal des Regierungspräsidiums, Abteilung Landespolizeidirektion, Alte Weingartenerstrasse 49 in Karlsruhe ein neues Wärmeversorgungskonzept entwickelt. Vorgaben des Landesbetriebs Vermögen und Bau, Amt Karlsruhe für das Projekt waren:

  • Einsatz von Biomasse zur Wärmeerzeugung anstelle von Gas/Ölheizung
  • hohe Energieeffizienz
  • Umweltschutz durch CO² Einsparung
  • Energiekosteneinsparung.


Mit der Durchführung der europaweiten Ausschreibung wurde das Ingenieurbüro Ebök aus Tübingen beauftragt. Der Auftrag zur Wärmelieferung und damit auch zum Bau der Wärmeerzeugungsanlage im Jahr 2012 wurde im Rahmen eines Energieliefercontractings an die Firma KWA Contracting AG in Bietigheim-Bissingen (Subunternehmer Ingenieurbüro Schuler Bietigheim-Bissingen) vergeben. Die neue Biomasseheizungsanlage (Holzschnitzelfeuerung 800 kW) wird ausschließlich mit unbehandelten Holzhackschnitzeln aus regionaler Erzeugung betrieben. Die Holzschnitzelfeuerung dient dabei als Grund- und Mittellastwärmeerzeugung. Lediglich zur Abdeckung der Spitzen- und Reservelast wird Wärme aus fossil befeuerten Warmwasserkesseln erzeugt.


Technische Realisierung

Die neue Holzfeuerung wurde in eine bestehende Heizzentrale integriert (Foto Vorderseite). Ein alter Gas/Öl Kessel wurde demontiert und ein Hackschnitzelkessel installiert. Zur Lagerung der Holzhackschnitzel bot sich der ehemalige Kohlebunker der alten Heizzentrale an. Die Anlieferung des Brennmaterials erfolgt mit Container-Fahrzeugen, die das Brenngut direkt auf den befahrbaren Schubboden abkippen.


Hackschnitzellager

Auf dem Vorschubrost wandert das Brenngut durch die hydraulische Rostbewegung bis zur Verbrennungszone. Zwei Gas-Öl-Heizkessel der bisherigen Heizung blieben bestehen. Sie dienen weiterhin als Spitzenlast- und Reservekessel. Die Abgase des Biomassekessels werden mittels hocheffizienten Elektrofiltern gereinigt. Vor der Abgaseinleitung in die bestehende Schornsteinanlage werden dadurch 90% der Staubpartikel aus dem Verbrennungsabgas zurückgehalten. Der Betrieb des Biomassekessels wurde weitgehend automatisiert. Das betrifft die Anlagenteile: Brennstoffzuführung, Leistungsregelung, Entaschung und Druckluftreinigung des Abgaswärmetauschers.


Klimaschutz - Umweltentlastung durch CO² neutrale Wärmeerzeugung

Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern verbrennt Holz klimaneutral. Pflanzen nehmen während ihres Wachstums so viel Kohlendioxyd auf wie bei der Verbrennung freigesetzt wird. Der Betrieb der Holzfeuerung führt so zu einer deutlichen Reduzierung der jährlichen Kohlendioxyd-Emissionen. Die Reduzierung des CO²Ausstosses gegenüber der Wärmeversorgung mit Gaskesseln liegt bei der Holzheizung bei rund 750 t pro Jahr. Die Primärenergieeinsparung an fossilen Brennstoffen gegenüber einer Wärmeversorgung mit Gaskesseln, unter Berücksichtigung der Primärenergiefaktoren für Holzschnitzel und Erdgas liegt bei 2.820 MWh pro Jahr. Als Vergleich: die Einsparung entspricht umgerechnet etwa dem Verbrauch von jährlich 315.000 Liter Heizöläquivalent.


Entlastung des Landeshaushaltes durch Einsparung von Energiekosten:

Die Umstellung der Wärmeversorgung hat auch zu einer deutlichen Einsparung der jährlichen Wärmekosten geführt. Das neue Konzept ist somit aus ökologischer und ökonomischer Sicht ein Gewinn und trägt zum Klimaschutz und zur Entlastung der Haushaltsmittel des Landes bei.


Projektdaten

Auftraggeber und Projektleitung:
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe

Beratung:
Fa. Ebök, Tübingen

Contractor:
KWA Contracting AG, Bietigheim-Bissingen

Planung und Bauleitung:
Ingenieurbüro Schuler GmbH, Bietigheim-Bissingen 

Gesamtbaukosten:
714.000 €

Bauzeit:
05/2012 - 09/2012

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